Die Lebensversicherung und der Betrug am Bürger (gilt auch für Altverträge!)

Eine Lebensversicherung kann als Instrument der Risiko-Absicherung sinnvoll sein. Dies ist auch der originäre Zweck einer Lebens-Versicherung, wie der Name schon sagt: Man versichert damit das Leben einer Person bzw. schützt Hinterbliebene vor den finanziellen Folgen des Ablebens einer Person.

Häufig wird unwissenden Bürgern jedoch eine sogenannte „Kapital-bildende Lebensversicherung“ oder „Kapitallebensversicherung“ zum Vermögensaufbau verkauft – einige Verbraucherschützer bezeichnen dies schon lange als legalen Betrug. Was vermutlich 99,9% der Deutschen nicht wissen: Den Garantiezins gibt es nicht auf den Monatsbeitrag, sondern nur auf einen Teil davon! Und deshalb dauert es oft weit mehr als 20 Jahre, bis man aus dem Verlust-Bereich raus ist. Dazu im Folgenden mehr.

 

Die „kapitalbildende“ Lebensversicherung – Vor-Sorge fürs Alter?

Die so genannte „kapitalbildende“ Lebensversicherung müsste heutzutage nach meiner Meinung „Kapital-vernichtende Lebensversicherung“ heißen – denn „real“ (das heißt unter Berücksichtigung des Kaufkraftverlustes / Inflation) kann sich jemand, der heute eine solche Versicherung zu einem Garantie-Zins von 1,25 % (Stand: 2016) abschließt, mit dem eingezahlten Geld in Zukunft weniger leisten als heute. Das heißt vereinfacht gesagt: Man spart viele Jahre Geld, das später weniger Wert ist. Man macht Verlust.

Hinzu kommt: Den Garantiezins gibt es nicht auf das eingezahlte Geld, sondern nur auf einen Teil davon.

Der größte Irrtum der Deutschen ist der Glaube, dass sie den Garantiezins auf ihren gesamten Beitrag erhalten. Und in diesem Glauben lassen Verkäufer von Lebensversicherungen ihre Kunden gerne. Tatsächlich ist es jedoch so, dass sich der Betrag, den man in eine kapitalbildende Lebensversicherung einzahlt, in drei Komponenten aufteilt:Lebensversicherung
1. Risikoschutz
2. Kosten
3. Sparanteilnur auf diesen Anteil bekommt man den Garantiezins

Dabei ist meist ein Rätsel, wie hoch der Sparanteil ist. In der Regel beträgt er circa 70 bis 80 %, in einigen Fällen ist er deutlich niedriger, in Ausnahmen sogar bei unter 50 %.

Diese Aufteilung ist ein Haupt-Grund, wieso bei heute (2016) abgeschlossenen Versicherungen oft erst nach weit mehr als 20 Jahren so viel Guthaben vorhanden ist, wie an Beiträgen eingezahlt wurde – erst dann ist die Versicherung nicht mehr im Verlust-Bereich. Dabei haben wir dann allerdings noch nicht den Kaufkraftverlust / Inflation betrachtet. Nach meiner Einschätzung ist eine „kapitalbildende Lebensversicherung“ heutzutage (teilweise) garantierte Kapitalvernichtung und ich bezeichne es als üblen Betrug, wenn man den Sparern sagt, darauf könne man eine Altersvorsorge aufbauen.

Zu Recht titelte das Handelsblatt schon 2013: Lebensversicherungen: „Als Altersvorsorge nicht geeignet.“

Damit Sie lernen, zwischen gut und weniger gut / schlecht zu unterscheiden, empfehle ich jedem den Fachvortrag „Angewandte Alltagsökonomie“ oder „Finanzbildung“ der ascent AG, da hier in kurzer Zeit das Wichtigste erläutert wurde. Zu Recht hat die ascent AG mittlerweile von verschiedenen Stellen Preise erhalten, unter anderem für soziales Engagement – denn Finanzwissen ist unter den Deutschen kaum vorhanden und der Grund, weshalb Banken und Versicherungen noch heute Kunden „übervorteilen“ können. Schieben Sie dem Betrug einen Riegel vor! (f)informieren Sie sich!

Den Vortrag finden Sie hier: http://vortrag.finformiert.de

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